Hier finden Sie folgende Informationen zu nicht-invasiver Medizintechnik:
- COPD – Wie nicht-invasive Beatmung helfen kann
- EvitaXL mit NIV plus Option
News:
In den nächsten zehn Jahren werden Todesfälle durch COPD (engl. chronic obstructive pulmonary disease) um mehr als 30 Prozent ansteigen.
1 Diese Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 2008 geht somit von einem außerordentlichen Wachstum des komplexen Krankheitsbildes aus. Bereits heute gilt COPD, die als Sammelbegriff für die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem verwendet wird, als Volkskrankheit, an der weltweit mehr Menschen sterben als an einem Herzinfarkt.
2 Andere Experten schätzen, dass COPD im Jahre 2020 voraussichtlich über sechs Millionen Todesfälle verursacht und damit zur dritthäufigsten Todesursache überhaupt wird.
3,4,5 Insbesondere bei COPD-Patienten gilt der frühzeitige Einsatz von nicht-invasiven Beatmungsverfahren als der wesentliche, die Prognose verbessernde Faktor. So kann nicht-invasive Beatmung bei akut hyperkapnischer Exazerbation der COPD in Kombination mit der Standardtherapie bereits in der ersten Stunde die Blutgase verbessern, die Atem- und Intubationsfrequenz senken sowie die Krankenhausaufenthaltsdauer und die Mortalität reduzieren
6,7,8. Auch im Fall eines plötzlichen Lungenversagens lassen sich Intubationen durch den Einsatz nicht-invasiver Beatmungsmethoden zum Teil vermeiden, Komplikationen verringern sowie Krankenhausaufenthalte verkürzen.
9 Zudem können nicht-invasive Beatmungsverfahren das Risiko für beatmungsassoziierte Infektionen beim Weaning-Prozess verringern, der speziell bei COPD-Patienten meist länger und schwieriger als üblich verläuft.
10 Insbesondere bei diesem Krankheitsbild kann nicht-invasive Beatmung somit zu einer erheblichen Reduktion der Akutmortalität führen.
11, 12 Als Ursache einer COPD und Grund für die Zunahme der Krankheitsfälle gelten exzessiver Tabakkonsum und Alkoholgenuss sowie die stetig zunehmende außerhäusliche Luftverschmutzung.
Literaturangaben:
(1) WHO Fact Sheet No. 315, Mai 2008.
(2) MEDIZIN ASPEKTE - Asthma Aspekte Spezial,
http://asthma-aspekte.medizin-aspekte.de/asthma-copd/copd/copd_bedeutung.shtml
(3) European Lung Foundation, 2009.
http://www.de.european-lung-foundation.org/index.php?id=21
(4) Murray C, Lopez AD, Mortality by cause for eight regions of the world: Global burden of
disease study. The Lancet 1997.
(5) Murray C, Lopez AD. The Global Burden of Disease. Harvard School of
Public Health on behalf of The World Health Organization and the World
Bank, 1996.
(6) Peter JV, Moran JL, Phillips-Hughes J et al. Noninvasive ventilation in acute respiratory failure – a meta-analysis update. Crit Care med 2002; 30: 555-562
(7) Ram FS, Wellington S, Row BH et al. Non-invasive positive pressure ventilation for treatment of respiratory failure due to severe actue exacerbations of asthma. Cochrane Database Syst Rev 2005; CD004360
(8) Keenan SP, Sinuff T, Cook DJ et al. Which patients with acute exacerbation of chronic obstructive pulmonary disease benefit from noninvasive positive-pressure ventilation? A systematic review of the literature. Ann Intern Med 2003; 138: 861-870
(9) Brochard L. et al: Noninvasive Ventilation For Acute Exacerbations Of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. 333:817-822, 1995.
(10) Von Aken, Hugo; Konrad Reihard u.a.: Intensivmedizin (2. Auflage), S. 429. 2007.
(11) Von Aken, Hugo; Konrad Reihard u.a.: Intensivmedizin (2. Auflage), S. 429. 2007.
(12) Klinische Studien bestätigen die Senkung der Mortalitätsrate bei nicht-invasiv beatmeten COPD-Patienten. So zum Beispiel: Ram FSF, Picot J, Lightowler J, Wedzicha JA. Non-invasive positive pressure ventilation for treatment of respiratory failure due to exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2004, Issue 3; Brochard L. et al: Noninvasive Ventilation For Acute Exacerbations Of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. 333:817-822, 1995; Plant PK, Owen JL, Elliott MW. Early use of non-invasive ventilation for acute exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease on general respiratory wards: a multicentre randomised controlled trial. Lancet 2000; 355: 1931–5.
Sind invasive und nicht-invasive Beatmung in einem einzigen Gerät kombiniert, kann dies Therapeuten die kontinuierliche Realisierung einer optimalen Beatmungstherapie erleichtern. Dies hilft, den Heilungsprozess optimal zu unterstützen, Arbeitsabläufe zu verbessern und mit nicht-invasiven Verfahren spätere Intubationen zu vermeiden.
1Das Dräger-Beatmungsgerät Evita XL, das sowohl invasive als auch nicht-invasive Beatmung unterstützt, bietet seit Juli 2008 erweiterte Funktionen für die nicht-invasive Beatmung, die sogenannte NIV plus Option. Damit können Erwachsene, Kinder und sogar frühgeborene Babys in der Klinik sicherer und schonender über eine Maske beatmet werden.
Wenn Maskenbeatmung zum Einsatz kommt, ist die Leckagekompensation, also das Ausgleichen von austretender Luft beispielsweise durch eine verrutschte Maske, eine wichtige Voraussetzung. NIV plus umfasst ein weiterentwickeltes dynamisches Leckagekompensationssystem, das die Synchronität zwischen Patient und Beatmungsgerät verbessert. Mit einem Maximalfluss von 180 Litern/Minute kann das Gerät Atemwegsdruckabfälle kompensieren und sorgt für eine konstante Ventilation auch bei schwankenden und hohen Leckagen. Außerdem kann die automatische Triggeradaption die Atembemühung des Patienten erkennen und die Spontanatmung unterstützen, um so die freie und selbstständige Atmung des Patienten bestmöglich zu fördern.
Darüber hinaus ermöglicht das wissensbasierte, automatische Weaningsystem SmartCare/PS die beschleunigte Entwöhnung. So kann die Dauer der Intensivbeatmung und damit auch die Liegezeit auf der Intensivstation verkürzt werden.
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Die unterschiedlichen Einstellungsmodi bei der lungenprotektiven Beatmung erlauben dem klinischen Personal, die notwendigen Volumina- und Druck-Verhältnisse sowie deren Kombination für jeden Patienten individuell einzustellen und die dadurch erzielten Veränderungen am Monitor zu verfolgen. Das Ziel: Ein schonender Gasaustausch, bei dem typische Nebenwirkungen wie Überdehnungen oder schädigendes Zusammenfallen der Lunge vermieden werden können, sowie eine reibungslose Beatmung für höheren Patientenkomfort und schnellere Heilung.
(1) Ferrer M; Am J Respir Crit Care Med Vol 168. pp 1438–1444, 2003
(2) Nava S. "Opening minds to non-invasive ventilation". In: C.A.R.E. 2006; 1